Handelskammer Hamburg 2007

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Außenwirtschaft

Im Ausland zuhause

Die Hamburger Wirtschaft hat beim Im- und Export von Waren eine bundesweite Spitzenstellung inne. Neben Industrie, Handel und Logistik werden vor allem mit Dienstleistungen im internationalen Geschäft hohe Umsätze erwirtschaftet.

Deutschlands Importe und Exporte boomen, und Hamburg hat an einen großen Anteil an dieser Entwicklung. Die Schwächeperiode von Anfang dieses Jahrtausends ist überwunden: Die Importe Hamburger Unternehmen sind im vergangenen Jahr um beachtliche 23 Prozent auf 56 Milliarden Euro gestiegen, die Exporte um 24 Prozent auf 28 Milliarden Euro. Damit liegt Hamburg weiter über dem deutschen Durchschnitt, der deutliche Steigerungsraten von importseitig 17 Prozent und exportseitig 14 Prozent erreichte.

Seit 2002 stieg der Außenhandel Hamburgs um rund 50 Prozent, der Bundesschnitt liegt bei 40 Prozent. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als Hamburg bereits an der Spitze aller deutschen Bundesländer steht, wenn es um die internationale Verflechtung geht: Pro Einwohner werden im Außenhandel 50000 Euro umgesetzt, das zweitplatzierte Bremen kommt auf rund 40000 Euro. Die nächstplatzierten süddeutschen Bundesländer erreichen nur knapp die Hälfte des Hamburger Niveaus. Positiv entwickelte sich vor allem der Handel mit Frankreich (20,35 Milliarden Euro Handelsvolumen: plus 27 Prozent im Vergleich zu 2005) und China (6,8 Milliarden Euro: plus 19 Prozent), womit die Volksrepublik nun an Platz zwei der Hamburger Außenhandelsstatistik steht. Die Vereinigten Staaten sind mit einem einprozentigen Rückgang auf jetzt 6,63 Milliarden Euro von Platz zwei auf Platz vier zurückgefallen, knapp hinter Großbritannien, bei dem es einen 26-prozentigen Zuwachs auf jetzt 6,64 Milliarden Euro gab.

Zu den größten Handelspartnern zählen auch aufstrebende mittel- und osteuropäische Staaten wie Russland (2,5 Milliarden Euro: plus 67 Prozent) und Polen (1,6 Milliarden Euro: plus 55 Prozent). Besonders beeindruckend ist die Entwicklung im Handel mit Indien (1,3 Milliarden Euro: plus 80 Prozent) sowie mit Mittel- und Südamerika (4,4 Milliarden Euro: plus 45 Prozent).

Bei den Handelspartnern im Nahen Osten sind vor allem die Länder Ägypten, Zypern, Jordanien und die Vereinigten Arabische Emirate (1,77 Milliarden Euro: plus 44 Prozent) hervorzuheben.

Mit 30,4 Milliarden Euro wird rund ein Drittel des Umsatzes durch den Handel mit Fahrzeugen erbracht – vor allem mit Luftfahrzeugen. Rund 11 Milliarden Euro entfallen auf Chemikalien, von großer Bedeutung sind zudem landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kaffee, Milch- und Fleischwaren sowie Südfrüchte mit 7,1 Milliarden Euro, und der Maschinenhandel mit 5 Milliarden Euro.

Die Außenhandelsstatistik zeigt jedoch nur einen Teil der außenwirtschaftlichen Aktivitäten der Unternehmen, da sie nur den physischen Warenverkehr erfasst. Für ausländische Auftraggeber erbrachte Leistungen und Lieferungen, wie beispielsweise die Verschiffung von Waren ins Ausland oder das Überholen von Schiffen und Flugzeugen, werden dagegen nicht berücksichtigt.

Mit Hilfe der Umsatzsteuerstatistik können auch diese Umsätze beleuchtet werden. Danach erwirtschafteten im Jahr 2005 rund 12000 umsatzsteuerpflichtige Hamburger Unternehmen – also etwa jedes siebte – Auslandsumsätze. Insgesamt resultieren daraus Umsätze von 48 Milliarden Euro, was 16 Prozent des Gesamtumsatzes aller Hamburger Betriebe entspricht.

Hamburger Unternehmen erwirtschafteten sechs Prozent des deutschen Auslandsumsatzes, das ist pro Kopf rund das Dreifache des Bundesdurchschnittes. Dies ist vor allem auf die besondere Stärke Hamburgs bei Umsätzen zurückzuführen, die nicht in den Exportstatistiken erfasst werden, in denen Hamburgs Anteil nur knapp drei Prozent beträgt.

Speziell die Verkehrsbranche hat bundesweite Bedeutung mit einem Auslandsumsatz von rund 9,5 Milliarden Euro und einem Anteil von 19 Prozent am deutschen Gesamt Auslandsumsatz der Branche. Auch der Groß- und Außenhandel ist mit 19,3 Milliarden Euro Auslandsumsatz und 13 Prozent Anteil am Bundesergebnis hervorragend aufgestellt, das verarbeitende Gewerbe weist einen Auslandsumsatz von 15,2 Milliarden Euro und einem Anteil am Bundesergebnis von rund 2,7 Prozent auf.

Darüber hinaus sind die Auslandsumsätze der unternehmensnahen Dienstleister von Bedeutung. Internationalisierung wird für diese immer wichtiger: Mit 3,7 Milliarden Euro waren die Auslandsumsätze 2005 mehr als 2,5 mal so hoch wie noch im Jahr 2001. Die Branche hat damit auch ihren Anteil am Bundesergebnis von 3,5 auf 6 Prozent erhöhen können.

Alexander Neunzig
alexander.neunzig@hk24.de
Telefon 36 13 8 285

hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai 2007