Handelskammer Hamburg 2008

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Öko-Nomen

Linda Schlüter und Karin Wilsdorf

haben sich nie nur als Gastronominnen verstanden, sondern sie waren auch immer frauenpolitisch und kulturell engagiert. Seit zwanzig Jahren betreiben die beiden Unternehmerinnen nun schon das „Café endlich“, vor zehn Jahren kam dann noch das Frauenhotel „Hanseatin“ hinzu. Linda Schlüter blickt zurück: „Als wir uns vor zwanzig Jahren mit dem Frauenkulturcafé selbstständig gemacht haben, gab es kaum Auftritts- und Ausstellungsmöglichkeiten für Künstlerinnen. Wir wollten ein Forum für Frauenkultur schaffen. Einen Raum, in dem Künstlerinnen ein Publikum finden, und in dem Besucherinnen mit weiblichen Sichtweisen und Ausdrucksformen in Berührung kommen, die sonst im Verborgenen blieben.“ Karin Wilsdorf ist sich sicher, dass ein Teil des gemeinsamen Erfolges darauf zurückzuführen ist, dass die Besucherinnen nie nur als zahlende Menschen betrachtet wurden. Jeder Frau wird persönlich und respektvoll begegnet. Sie schwärmt: „Das Schönste ist, dass wirklich die unterschiedlichsten Frauen hier im Café miteinander kommunizieren.“

Stephanie Dünhölter

drückt Kunden ihren Stempel auf. Die Inhaberin des Stempelwerks fertigt in ihrem kleinen Geschäft in Ottensen für Freunde des geschriebenen Worts individuelle Brief- und Adressstempel an. „Heutzutage gibt es leider nur noch die Einheitsstempel aus dem Express-Shop“, sagt Dünhölter. Der 40-Jährigen fiel auf, dass viele Menschen wieder den Wunsch nach schönen Briefstempeln haben – die Geschäftsidee war geboren. Das Konzept hat sich für die gelernte Grafikerin bereits bewährt. Nach der Gründung des Stempelwerks 1998 in ihrer Heimatstadt Bielefeld folgte schnell der Umzug mitsamt Familie in die Medienstadt Hamburg. Einen Schritt, den die Unternehmerin, die in ihrer Freizeit gerne im Jenischpark spazierengeht, bis heute nicht bereute. „Hamburg ist eine so schöne Stadt mit vielen geschäftlichen Möglichkeiten.“ Chancen, die sie gut für sich zu nutzen weiß. Mittlerweile können ihre handgefertigten Stempel auch im Online-Shop der Wochenzeitung „Die Zeit“ erworben werden. Nicht der letzte Coup von Stephanie Dünhölter: Zur Weihnachtszeit sollen zur Stempelkollektion noch Briefsiegel hinzukommen.

Cathrin Engelhardt

gehört zu Hamburgs Bio-Pionieren. Seit über zwanzig Jahren ist die Inhaberin des Reformhauses Engelhardt erfolgreich mit gesunden Lebensmitteln im Geschäft. Ihr Unternehmen wuchs so im Lauf der Jahre auf 16 Filialen. „Als Reformhaus fühlen wir uns zuständig für Gesundheit und natürliches Leben, aber Bio ist nur ein Teil des Ganzen“, sagt Engelhardt auf die Frage zum Boom der Bio-Branche. „Wir Reformhäuser legen daher viel Wert auf die Ausbildung unserer Mitarbeiter und dadurch auch auf die qualifizierte Beratung unserer Kunden.“ Das jüngste „Kind“ von Cathrin Engelhardt, die die Firma seit dem Tod ihres Mannes mit einer Fünf-Frauen-Riege führt, ist ein großes Naturkosmetikstudio im umgestalteten Reformhaus in der HSH Nordbank-Passage. Dafür wurden zwei speziell in Bio-Kosmetik ausgebildete Fachkräfte eingestellt. Ihr Reformhaus beschäftigt heute 25 Auszubildende, darunter auch eine Teilzeit-Auszubildende, eine alleinerziehende Mutter. Im August 2007 wurde das Unternehmen mit dem Hamburger Familiensiegel, einer Auszeichnung für besonders familienfreundliche Unternehmen, geehrt.

hamburger wirtschaft, Ausgabe August 2008