Handelskammer Hamburg 2010

< zurück

Öko-Nomen

Torsten Florian Singer

versorgt Autofahrer mit praktischen Informationen: Wo lauern heute mobile Blitzer? Wie komme ich zur nächsten Notdienst­apotheke? Bei welcher Tankstelle ist das Benzin zurzeit am günstigsten? „Der Bereich der mobilen Navigation hat sich in den letzten Jahren extrem entwickelt“, sagt der Geschäftsführer von Poicon, „doch der Nutzen der Geräte ist relativ austauschbar.“ Singers Idee setzt da an, wo Navigationsgeräte an ihre Grenzen stoßen. „Wir bieten Sonderziele an, die sich ganz individuell zusammenstellen lassen“, so der 43-Jährige. Das Prinzip ist einfach: Im Online-Shop wählt der Kunde die für ihn interessanten Funktionen aus, lädt sie he­runter und verpasst seinem Navigationssystem somit ein ganz individuelles Leistungsprofil. „Unsere Software“, sagt Singer, „ist mit allen gängigen Geräten kompatibel.“ Die Aktualisierung der jeweiligen Daten erfolgt automatisch. Unterwegs werden dann beispielsweise Campingplätze oder Informationen zu auf der Strecke liegenden Sehenswürdigkeiten angezeigt. Besonders beliebt: die Sicherheitssoftware. Sie macht auf Aquaplaning, Straßenschäden und sonstige Gefahrenstellen aufmerksam.

Heinz Wehmann

bietet kulinarischen Hochgenuss mit einer Brise Nervenkitzel. Beim „Murder Mystery Dinner“ im Landhaus Scherrer genießen Feinschmecker und Hobbydetektive ein opulentes Vier-Gänge-Menü und werden gleichzeitig in einen kniffeligen Kriminalfall verwickelt: Kurze Schauspieleinlagen führen den aufmerksamen Beobachter während des Essens auf die Fährte eines Übeltäters. Um ihn zu entlarven, begeben sich die Gäste tischweise auf Spurensuche. „Das ist nicht nur unterhaltsam und kurzweilig, sondern auch teamfördernd“, sagt Sternekoch Wehmann. Beliebt ist das Angebot deshalb auch bei Firmen: „Bei uns finden viele Weihnachtsfeiern statt.“ Für 79 Euro pro Person ist man bei der Mördersuche mit von der Partie, maximal 80 Personen können teilnehmen. „Wir haben hier unheimlich viel Spaß“, sagt der gebürtige Nordrhein-Westfale. Als ersten Koch in Deutschland ehrte Euro-Toques, ein Verbund europäischer Spitzenköche, den 55-Jährigen kürzlich mit der Meilleur Ouvrier-Goldmedaille. „Darüber habe ich mich riesig gefreut“, sagt er. „Das ist eine tolle Auszeichnung – für mich und für das ganze Team.“

Eric Makin und Robert Moeller

ersetzen komplizierte Bedienungsanleitungen durch erklärende Filme. „Die Medien verändern unser Denken, wir werden immer ­visueller“, sagt Moeller. Auch in der Wirtschaft brauche es deshalb neue Wege, um Wissen zu sichern und weiterzugeben. „Wer hat schon Lust, stundenlang Bedienungsanleitungen zu lesen?“, fragt sich auch Makin. „In einem Film wird – wenn er gut gemacht ist – viel deutlicher, was zu tun ist.“ Die ­Bewegtbildanleitungen der Firma Docuserve kommen völlig ohne Sprecher aus und sind darum in verschiedenen Ländern einsetzbar. Ein komplexer Handlungsablauf – zum Beispiel die Wartung einer Maschine – wird ­dabei in Form von kurzen Filmsequenzen dargestellt. Der Nutzer, beispielsweise ein ­Ser­vicetechniker, klickt sich später Schritt für Schritt durch die Anleitung und macht anschließend einfach nach, was er gesehen hat. „So ein Film ist effektiv und spart viel Geld“, sagt Makin. Anders als bei schriftlichen Anleitungen fallen keine Übersetzungskosten an. Ändert sich etwas am Ablauf, kann schnell reagiert werden: Die entsprechenden Filmelemente werden einfach ausgetauscht. „Interaktive Trainingsfilme werden immer stärker kommen“, glaubt Makin. „Das ist ein Einsatzfeld ohne Grenzen.“
hamburger wirtschaft, Ausgabe Dezember 2010