Handelskammer Hamburg 2010

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Denkmalpflege

Mehr als Fassade

Beim „Tag des offenen Denkmals“ am 11. und 12. September öffnen historische Gebäude zum Thema „Reisen, Handel und Verkehr“ ihre Türen für Besucher.
Zu den prägendsten Denkmälern im Hamburger Stadtbild gehören ohne Zweifel die Kontorhäuser: Das  Afrikahaus, 1899 für das Handelsunternehmen C. Woerner erbaut, das Slomanhaus oder das Chilehaus, ein herausragendes Beispiel für den Backsteinexpressionismus der 1920er-Jahre. Hinter den historischen Fassaden liegen heute moderne Büroräume. Traditionsreiche Handelsunternehmen haben dort ebenso ihren Sitz wie Werbeagenturen und Wirtschaftsprüfer. Der Öffentlichkeit sind die meisten Gebäude allerdings nur eingeschränkt zugänglich.

Wer schon immer einmal auf den Spuren der Hamburger Kaufmannsfamilien die Stadt erkunden wollte, kann sich in diesem Jahr ganz besonders auf den „Tag des offenen Denkmals“ am 11. und 12. September freuen. Der bundesweite Aktionstag steht 2010 unter dem Motto „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“. Kontorhäuser, Kaufmannsvillen, Speicher, Lagerhäuser, aber auch Hafenanlagen, Schiffe und Bahnhöfe werden deshalb im Mittelpunkt stehen.

Ehrenamtliche Helfer unterstützen die Stiftung Denkmalpflege Hamburg und das Denkmalschutzamt bei der Organisation eines vielfältigen Programms. Sie bieten kostenlose Führungen und Fachvorträge an, veranstalten Ausstellungen, Konzerte und Lesungen. „Uns ist es wichtig, nicht einfach nur verschlossene Türen zu öffnen“, sagt Frank Pieter Hesse, Leiter des Hamburger Denkmalschutzamtes. „Denkmalpfleger, Vereine und Privatleute, die sich für den Erhalt historischer Bauten einsetzen, sollen auch Gelegenheit erhalten, ihre Arbeit zu präsentieren und für den Denkmalschutz zu werben.“ Das Konzept kommt beim Publikum gut an: 4,5 Millionen Besucher wurden im vergangenen Jahr beim „Tag des offenen Denkmals“ in ganz Deutschland gezählt, allein in Hamburg gingen über 22000 Denkmalfreunde auf Besichtigungstour.

Informationen

Wer in diesem Jahr ein Denkmal zum „Tag des offenen Denkmals“ zugänglich machen möchte, kann sich noch bis zum 30. April beim Denkmalschutzamt informieren und anmelden. Gesucht sind insbesondere Orte mit Bezug zum Jahresmotto „Reisen, Handel und Verkehr“, aber auch andere Denkmäler werden in das Programm aufgenommen. Bei Bedarf vermittelt das Denkmalschutzamt Ehrenamtliche, die Führungen übernehmen. Infos unter www.hamburg.de/offenes-denkmal oder bei Kristina Sassenscheidt, Telefon 42863-3536, E-Mail denkmaltag@bksm.hamburg.de.


Sabine Lurtz-Herting
sabine.lurtz@hk24.de
Telefon 36138-517
hamburger wirtschaft, Ausgabe April 2010