Handelskammer Hamburg 2010

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Commerzbibliothek

Ort des Verbrechens

Die älteste Wirtschaftsbibliothek der Welt wünscht sich zum Geburtstag einen Kurzkrimi und schenkt dem besten Autor 275 Euro.
Es war eine sternlose Nacht, in der Kaufmann Bartholomäus Wieck die Treppe zur Commerzbibliothek hinaufstieg. Da durchbrach ein gellender Schrei die Stille?...“

Was den Kaufmann dort für ein Grauen erwartet, ist ganz der Fantasie überlassen. Denn mit diesem oder einem anderen ersten Satz könnte Ihr Commerzkrimi beginnen. Wirtschaft und Verbrechen sind für Autoren seit jeher ein interessantes Feld für Geschichten. Und genau darum geht es auch beim Commerzkrimi-Wettbewerb: um spannende, von Hamburgern geschriebene Kurzkrimis.

Die älteste Wirtschaftsbibliothek der Welt wünscht sich zum 275. Jahrestag von allen Hamburgern Neues zum Thema „Tod in der Commerzbibliothek“. Dabei ist es den Verfassern überlassen, ob sie ihren Kurzkrimi im Gründungsjahr der Bibliothek, in der Gegenwart oder irgendwann dazwischen ansiedeln. Tatort allerdings muss die Commerz­bibliothek sein und die Geschichte einen ­Bezug zum Jahr 1735 haben.

Hat das Opfer vorher eine Seereise unternommen? Freunde im eleganten Kontorhaus getroffen? Oder im Büchermagazin etwas gesucht? Ist eine Zeitungsanzeige aus dem Jahr 1735 der Auslöser für ein neues Verbrechen? Verbirgt sich ein dunkles Geheimnis hinter den im Jahr 1755 verschwundenen Büchern? Oder spielt ein Bücherschädling mit dem Namen „Totenuhr“ eine unheilvolle Rolle? Vielleicht geht es aber auch nur um Geld, Liebe oder Macht. Das ist den Autoren völlig freigestellt. Vorgabe ist nur, dass fünf der folgenden zehn Begriffe im Krimi auftauchen: Atlas, Buchbinder, Bibliothekarin, Commerzdeputation, Lesesaal, Oktant, Ratsweinkeller, Convoyschiff, Kontor oder der Kaufmann ­Bartholomäus Wieck.

Bei der Teilnahme spielt es keine Rolle, ob der Commerzkrimi das erste Werk des Autors ist oder ob ein Profi an die Arbeit geht. Um die eingereichten Krimis kompetent beurteilen zu lassen, holt sich die Commerzbibliothek professionelle Unterstützung von der Best­sellerautorin und Verfasserin historischer ­Hamburg-Krimis Petra Oelker. Sie bildet ­gemeinsam mit dem Präses der Handelskammer, Frank Horch, und Bibliotheksleiterin Dagmar Groothuis die Jury und entscheidet über die Sieger. Die Gewinnerbeiträge werden auf der Homepage der Handelskammer veröffentlicht. Die Preisverleihung und eine Lesung der prämierten Krimis wird am 4. November, dem Tag der offenen Tür der Commerzbibliothek, stattfinden.

Für alle, die die Bibliothek vor Ort erleben und sich hier Ideen und Anregungen holen möchten, ist eine „Inspirationsstation“ eingerichtet. Ab Mai sind dort die Baupläne der ­„Alten Commerzbibliothek“, verschiedene Zeitungsartikel – auch einige aus dem Jahr 1735 -, Auszüge aus historischen Hamburger Adressbüchern und vieles mehr zu finden. ­Jeder kann sich inspirieren und danach seiner Fantasie gruseligen, freien Lauf lassen.

Informationen

Der Krimi-Wettbewerb zum Thema „Tod in der Commerzbibliothek“ läuft ab sofort, Einsendeschluss ist Montag, der 2. August. Teilnahmeberechtigt sind alle in Hamburg wohnenden Autoren ab 16 Jahre, die Spaß am Schreiben haben. Der Umfang sollte fünf Normseiten nicht überschreiten, darf aber gern kürzer sein. Die ausführlichen Wettbewerbs­bedingungen sind zu finden unter www.commerzbibliothek.de.
Dagmar Groothuis
dagmar.groothuis@hk24.de
Telefon 36138-527
hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai 2010