Handelskammer Hamburg 2010

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Sozialbörse

Recycling für Kinder

Der Verein Remida vermittelt vermeintlichen Abfall an soziale und kulturelle Einrichtungen – als kreative Ressource.
Die ganze Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass jemand sie findet“, ließ Astrid Lindgren ihre Heldin Pippi Langstrumpf sagen. Remida heißt ein Verein, der diese Idee aufgreift und Abfallstoffe aus Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe so­zialen und kulturellen Projekten als kreative Ressourcen zur Verfügung stellt.

Folienstreifen, Papierabschnitte, Stanzbleche, Papprollen, Musterbücher mit Bodenbelägen, Stoffe und Fliesen, Rohrabschnitte, Verpackungen, Tauenden, Flaschen, Verschlüsse und alles andere, was für den Müllcontainer zu schade ist, kann von Kindertagesstätten, Schulen und Kultureinrichtungen über Remida ausgesucht werden. Die Dinge kommen Kindern, Schülern, Jugendlichen, Senioren und Menschen mit Behinderung für zum Beispiel Bastelarbeiten zugute. Die Remida-Devise lautet „Neuentdecken und Zweckentfremden“. Darum werden auch Inventare aus Geschäftsauflösungen, Overheadprojektoren und Lichttische immer wieder gern genommen.

Seit gut zwei Jahren gibt es die erste Remida Deutschlands in Ottensen. Inzwischen liefern schon über 40 Firmen den Stoff, aus dem die Träume sind. Viele soziale Einrichtungen nutzen aktiv das reichhaltige und vielfältige Materialangebot. Und weil es die Ressourcen schont und gleichzeitig die Fantasie beflügelt, gehört das Remida-Projekt zum ­Aktionsplan „Hamburg lernt Nachhaltigkeit“.

Remida ist ein Umwelt- und Recycling­projekt, das seinen Ursprung in Italien hat. Inzwischen erstreckt sich das Netzwerk über den gesamten Globus, in England und in der Schweiz läuft es demnächst an. So ist Remida eine lokale Aktion mit regionaler Wirkung und internationaler Vernetzung. Träger ist Remida e.V., ein gemeinnütziger Verein, der auch zur Hamburger Sozialbörse der Handelskammer gehört. Dieser Wegweiser für soziales Engagement erleichtert es, die passende Hilfsorganisation zu finden, denn in Hamburg ist die Vielfalt an sozialen Vereinen, Verbänden, Initiativen und Projekten groß.

Wer Interesse daran hat, eines der Projekte durch finanzielle Mittel, Sachleistungen oder ehrenamtliche Mitarbeit zu unterstützen, dem vermittelt die Handelskammer gern den Kontakt. Durch Unterstützung sozialer Projekte vor Ort eröffnen sich Menschen in schwierigen Lebenslagen neue Chancen. Alle Projekte kommen direkt den Betroffenen zugute und werden oftmals gemeinsam mit ­ihnen gestaltet. Jenseits des eher unpersönlichen staatlichen Verwaltungsapparates fördert jeder Unterstützer damit die soziale Ausgewogenheit in Hamburg.
Sabine Thede
sabine.thede@hk24.de
Telefon 36138-362
hamburger wirtschaft, Ausgabe Juni 2010