Handelskammer Hamburg 2010

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Lesung

Erfüllung eines Traums

Als Journalist bereiste er 30 Jahre lang die Welt, heute schreibt Jürgen Petschull packende Romane. Am 23. September liest er im Rahmen des
Jubiläumsprogramms der Commerzbibliothek aus seinem Thriller „Der letzte Tanz im Paradies“.
Die Vorgeschichte zu seinem aktuellen Buch „Der letzte Tanz im Paradies“ verbindet den Journalisten und Autor gleich mehrfach mit der Handelskammer. Vor 16 Jahren schrieb Petschull für den „Stern“ eine große Serie über die deutschen Kolonien. Er war mehr als ein halbes Jahr unterwegs und bereiste alle acht ehemals von Deutschland besetzten Länder. Sein journalistisches Interesse galt vor allem der Arbeit und dem Leben der deutschen Kaufleute in Übersee.

Während dieser Reise begegnete Petschull in einem Hotel in Samoa zufällig einem Ehepaar namens Godeffroy, das auf der Suche nach Spuren seiner Vorfahren war. Mitglieder jener Hamburger Kaufmannsfamilie, für die Petschull sich interessierte – und aus der zwischen 1831 und 1877 vier Handelskammer­Präsides hervorgingen. Als Petschull kurz darauf in Neuguinea ein riesiges Wandgemälde mit dem Porträt von Emma Forsayth-Coe, bekannt als „Queen Emma“, sah, war klar: Mit den Figuren des deutschen „Südseekönigs“ Godeffroy und der damals reichsten Frau des Pazifiks wollte er irgendwann einen historischen Roman schreiben.

Im Herbst vergangenen Jahres erfüllte sich sein Traum. Nach Jahren der Recherche – vor allem in den alten Zeitungsbeständen der Commerzbibliothek – erschien Petschulls neuestes Buch: „Der letzte Tanz im Paradies“ ist ein packendes Drama und ein echter Südseethriller. Die Geschichte beginnt vor 112 Jahren in Hamburg am Wandrahm in der heutigen Hafencity. Theobald Kolber, ein Manager-Typ, der sich in die egozentrische „Queen Emma“ verliebt, und Sebastian Kleine, ein ewiger Student und Naturforscher, machen sich auf den Weg in die wilde und exotische Kolonie Neuguinea. Für ihren Chef, den „Südseekönig“ Johan Cesar Godeffroy, sollen sie herausfinden, ob es dort eine Diamantenmine gibt. Der selbstbewusste und erfolgreiche Geschäftsmann hofft auf den großen Wurf, der junge Wissenschaftler sucht für das firmeneigene Museum nach unbekannten Tieren und Pflanzen, aber auch nach dem Sinn des Lebens. Neben Hamburg ist die Insel Neupommern im Bismarck-Archipel zum Ende des 19. Jahrhunderts der außergewöhnliche Hauptschauplatz des Romans.

Vielleicht führt Petschulls bildreiche Erzählweise ja wieder zu einem Hollywood-Projekt. Wie in den 1980er-Jahren, als die Disney-Studios sein Thema „Mit dem Wind nach Westen“ – die Erzählung über die legendäre Ballonfahrt zweier befreundeter Familien aus der ehemaligen DDR – verfilmt hatten. „Der letzte Tanz im Paradies“ jedenfalls hat alles, was eine spannende Filmgeschichte braucht. Freunde der Commerzbibliothek können sich persönlich davon überzeugen, denn als Dankeschön für die erfolgreichen Recherchen in den historischen Beständen der Bibliothek liest Jürgen Petschull aus seinem aktuellen Werk. Die Zuhörer können sich freuen, denn der Spezialist für dramatische Geschichten gilt auch als exzellenter und humorvoller Vorleser.

Die Lesung am 23. September im Effektensaal beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Anmeldungen per Fax an die Nummer 36138-437 oder per E-Mail an jubiläum@hk24.de.
Angela Rotermund
angela.rotermund@hk24.de
Telefon 36138-502

Informationen


Die Commerzbibliothek bietet mit 180 000 Titeln einen umfangreichen Bestand. Man findet hier nicht nur Rechts- und Wirtschaftsliteratur: Im historischen Bestand stehen neben Adressbüchern von 1878 bis in die 1940er-Jahre zum Beispiel auch komplette Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften, etwa die Londoner „Times“, „Die Hilfe“ oder der „Weserkurier“ sowie Südseekarten aus der Zeit der Entdeckung der Neuen Welt. Eine wahre Schatzkiste für Journalisten, Schriftsteller und Forscher.

hamburger wirtschaft, Ausgabe September 2010