Handelskammer Hamburg 2010

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Kulturmerkur

Ausgezeichnetes Engagement

Zum zwölften Mal zeichneten die Handelskammer und die Hamburgische Kulturstiftung in diesem Jahr zwei besonders vorbildliche Engagements Hamburger Unternehmen mit dem Kulturmerkur aus.
Es waren Albert Darboven, Inhaber und Geschäftsführer der J.J. Darboven GmbH & Co. KG, und Nicolas Schroeder, Eventmanager der Pro Quartier Hamburg Gesellschaft für Sozialmanagement und Projekte mbH, die in diesem Jahr den Merkurstab entgegengenommen haben – aus den Händen von Kultursenator Reinhard Stuth und Handelskammer-Präses Frank Horch. Das frisch renovierte Foyer des Museums für Kunst und Gewerbe bot für die feierliche Preisverleihung den passenden Rahmen, hatten doch Stiftungsgelder und private Spenden den Umbau des Eingangsbereiches überhaupt erst ermöglicht.

Norbert Deiters, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Deiters und Florin, hielt als Vorjahrespreisträger die Laudatio auf den Preisträger in der Kategorie „Großes Unternehmen“ und gab dem Publikum einen Einblick in das umfangreiche gesellschaftliche Engagement von J.J. Darboven. Neben kulturellen Projekten, die beim Kulturmerkur stets im Vordergrund stehen, ist das Augenmerk des traditionsreichen Kaffeerösters auch auf Umweltschutz, soziales Engagement und Sport gerichtet. Vor allem liegen ­Albert Darboven die Förderung des Musik­lebens, die Kinder- und Jugendkultur sowie die Speicherstadt am Herzen. Bei der Renovierung der Brooksbrücke legte er ­sogar selbst mit Hand an. Vier Bronzefiguren ersetzen seither die ursprünglichen, im Krieg zerstörten Brückenwärter: Hammonia als Schutzgöttin Hamburgs, Europa als Zeichen der Verbundenheit zu den europäischen Nachbarn, der heilige Ansgar als erster Hambur­ger Erzbischof und Kaiser Friedrich Barbarossa als Wegbereiter für den freien Handel der ­Hansestadt.

Darboven initiierte und unterstützte die Restaurierung der Figuren und gab den Kreuzen von Ansgar und Barbarossa einen goldenen Anstrich. „Als hanseatisches Familienunternehmen möchten wir unseren unternehmerischen Erfolg mit anderen teilen und allen Hamburgern etwas davon zurückgeben“, erklärt der Firmenchef das kulturelle Engagement seines Konzerns. „Wir möchten das kulturelle Verständnis der Bürger mit unserem Einsatz nachhaltig fördern und die Freude vermitteln, die Kulturerlebnisse bieten können.“

Weit entfernt von der Speicherstadt, im Hamburger Osten, konzentriert sich das Engagement des diesjährigen Kulturmerkur-Preisträgers in der Kategorie „Kleines Unternehmen“. Pro Quartier Hamburg ist im Auftrag von elf Unternehmen der Wohnungswirtschaft für das Stadtteilmarketing von Mümmelmannsberg zuständig und damit für ein Quartier, das landläufig nicht gerade als „Künstlerviertel“ bekannt ist. Doch eine lebendige Kunstszene und viele kulturelle Initiativen vor Ort überzeugten die Pro Quartier Hamburg-Mitarbeiter davon, dass gerade Kultur das Potenzial birgt, um den Stadtteil positiv weiterzuentwickeln und Besucher anzuziehen. „Uns ist es wichtig, die Menschen, die im Stadtteil leben, in unsere Aktivitäten einzubeziehen und vorhandene Initiativen zu unterstützen“, sagt Nicolas Schroeder.

Wo zuvor oft unkoordiniert gefördert wurde, bündelte Pro Quartier Hamburg die Mittel in einem Aktivfonds und unterstützt seit 2004 gezielt künstlerische Aktivitäten in Mümmelmannsberg. Die imageprägenden Hochhäuser wurden dabei bewusst als Spielfläche genutzt – etwa als Kinoleinwand, auf der in Koope­ration mit „a wall is a screen“ Kurzfilme zu sehen waren, oder als Hintergrund für Pro­jektionen der Lichtkünstlerin Katrin Bethge. Gemeinsam mit Künstlern entwarfen die Bewohner des Stadtteils Großplakate, die an den Fassaden der Hochhäuser präsentiert wurden. Die abgehängten Plakate wurden zu Taschen und Sitzkissen verarbeitet und sind auf diese Weise noch immer präsent. Die Kulturmerkur-Jury überzeugte vor allem der innovative Ansatz dieses Engagements. „Dass elf Unternehmen sich zusammenschließen, um gemeinsam noch effektiver Kultur zu fördern, das hat Vorbildcharakter“, so Handelskammer-Präses Frank Horch.
Sabine Lurtz-Herting
sabine.lurtz@hk24.de
Telefon 36138-547

Informationen


Die Kulturmerkur-Jury bestand in diesem Jahr aus Handelskammer-Präses Frank Horch, Kultursenator Reinhard Stuth, Norbert Deiters (Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Deiters und Florin), Harald Vogelsang (Vorstandsvorsitzender der Hamburger Sparkasse), Sabine Schulze (Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe) und Joachim Lux (Intendant des Thalia Theaters). Weitere Informationen zum Kulturmerkur unter www.hk24.de.

hamburger wirtschaft, Ausgabe November 2010