Handelskammer Hamburg 2010

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Logistik

Hafenumschlag optimiert

Die elektronische Import Message Plattform hat ihren Betrieb aufgenommen und beschleunigt seither die Abfertigungsprozesse im Hamburger Hafen.
Mithilfe der neuen Import Message Plattform (IMP) ist es möglich, branchenindividuelle Anforderungen der Hafenwirtschaft erfolgreich zu adressieren. Gleichzeitig optimiert sie den Gesamtprozess vom Schiffszulauf auf den Hamburger Hafen bis hin zur Warenauslieferung bei den Kunden im Hinterland. Der Informationsaustausch zwischen den zahlreichen Prozessbeteiligten, zu denen Speditionen, Reedereien und Terminals ebenso gehören wie Transportunternehmen und involvierte Behörden, erfolgt nun weitgehend automatisiert – und vor allem schneller. Dadurch kann der gesamte Importablauf wesentlich effizienter abgewickelt werden.

Die IMP lebt von den Informationen, die sämtliche Akteure entlang der Transportkette möglichst zeitnah ins System einspeisen, denn frühzeitige Statusmeldungen verbessern Planungs- und Dispositionsmöglichkeiten. So werden zum Beispiel Verspätungen von Containerschiffen und Problemmeldungen vonseiten der Behörden als kritische Fehler angezeigt – und automatisch per E-Mail an alle Beteiligten des jeweiligen Transportes übermittelt. Drohende Engpässe können auf diese Weise frühzeitig erkannt und oft vermieden werden. Lkw-Fahrer beispielsweise werden darüber informiert, wann genau die Container zur Verladung am Hafen bereitstehen, sodass sie die Terminals zur passenden Zeit ansteuern können und lange Wartezeiten vermeiden. „Mit dieser Importplattform kann sich der Hamburger Hafen nunmehr als ‚paperless port’ bezeichnen“, sagt Dieter Spark, Vorstand der Dakosy AG. „Die exportseitigen Transportprozesse werden bereits seit vielen Jahren elektronisch unterstützt, nun haben wir für den Import nachgezogen – so ist der Hamburger Hafen auch in diesem Bereich sehr gut für den internationalen Wettbewerb aufgestellt.“ Die Gesellschafter des IT-Dienstleisters Dakosy sind Hauptnutzer der 1983 gegründeten Datenkommunika­tionsplattform „Port Community System“: Je ein Drittel der Anteile gehört den Hamburger Spediteuren, Linienagenten/Reedereien und Umschlagterminals. Im Hamburger Hafen wurde die Weiterentwicklung des Port Community Systems kon­tinuierlich vorangetrieben. Mit der immer schneller voranschreitenden technologischen Entwicklung hat sich im Laufe der Jahre die Zahl der ans System angeschlossenen Teilnehmer auf mehr als 2 000 erhöht. Auch der Umfang der angebotenen B2B-Dienstleistungen hat zugenommen, und inzwischen werden monatlich weit über 600 Millionen Datensätze kommuniziert.

Claudia Sye
claudia.sye@hk24.de
Telefon 36138-382

Informationen


Im Jahr 2004 hat sich das IMP-Projektteam zusammengefunden, das unter Federführung der Dakosy AG für die Konzeption und Realisierung der Import Message Plattform verantwortlich ist. Zu den IMP-Kernunternehmen gehören unter anderem Hapag-Lloyd AG, Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft KG, Eurogate Container Terminal Hamburg GmbH, HHLA Hamburger Hafen und Logistik AG, Kühne und Nagel (AG & Co) KG sowie Schenker Deutschland AG. Unterstützung erfuhr das Projekt im Rahmen eines Forschungsprogramms des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Technologie zur Förderung innovativer Seehafentechnologien.

hamburger wirtschaft, Ausgabe Dezember 2010