Handelskammer Hamburg 2009

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Lehrstellenbörse

Marktplatz für Ausbildung

Bei der 16. Hanseatischen Lehrstellenbörse präsentierten sich 110 Hamburger Ausbildungsunternehmen mehr als 13000 Jugendlichen. Die Firmen boten rund 3000 Ausbildungsplätze für das Jahr 2011 an.
Weit über 13000 Jugendliche besuchten die 16. Hanseatische Lehrstellenbörse in der Handelskammer. Sie nutzten damit die einmalige Chance, sich über die verschiedenen Ausbildungsberufe und Karrierechancen zu informieren und sich vielleicht sogar vor Ort direkt zu bewerben. Elf Messelotsen waren im Einsatz, um die Besucher in Führungen zu begleiten und ihnen gleichzeitig zu helfen, mit den Betrieben in Kontakt zu treten. Für die Aussteller war die Lehrstellenbörse ideale Möglichkeit, sich für die Zukunft mit Fachkräften zu versorgen. Claudia Wüst, Ausbildungsleiterin bei der Studio Hamburg GmbH, ist schon seit vielen Jahren mit dabei: „Qualifizierte Nachwuchsarbeit wird in unserem Unternehmen großgeschrieben. Wir bieten zwölf staatlich anerkannte Ausbildungsberufe sowie ein duales Studium an. Für 2011 haben wir eine große Palette von Ausbildungsplätzen im Angebot, sowohl im technischen und kaufmännischen, aber auch im handwerklichen Berufsfeld.“

Schon kurz nach 9 Uhr drängten sich die Jugendlichen an den Messeständen. Um Interessenten einen authentischen Eindruck von der Ausbildung in ihrem Unternehmen zu geben, brachte Claudia Wüst ihre derzeitigen Azubis mit. Von ihnen erhielten die Besucher Informationen aus erster Hand. „Wir haben ein sehr breites Spektrum an Angeboten, sowohl für Abiturienten als auch für Real- und Hauptschulabsolventen“, so die Ausbildungsleiterin. „Unsere Branche braucht wache, junge Leute. Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind bei uns ein Muss, denn die Auszubildenden rotieren bei Studio Hamburg, damit sie unser Unternehmen in seiner Vielfalt kennenlernen.“

Ein Tipp für ein erfolgreiches Auftreten kommt von den Studio-Hamburg-Azubis: Der Bewerber sollte sich vorab über die gewünschte Ausbildung und den möglichen Ausbildungsbetrieb informieren, um so sein ernsthaftes Interesse zu unterstreichen. „Das kommt immer gut an“, bestätigt Claudia Wüst. Nach zwei Tagen Lehrstellenbörse und vielen Gesprächen musste sie jedoch feststellen, dass bei den Besuchern gerade diese Vorbereitung fehlt.

Mira Eggerstedt, die seit August 2009 als Kauffrau für audiovisuelle Medien bei Studio Hamburg ausgebildet wird, bestätigt den Eindruck ihrer Chefin: „Viele Schüler finden unsere Branche spannend. Oft haben sie nur eine grobe Vorstellung von den Aktivitäten unseres Unternehmens und träumen nur davon, bei einer bekannten Filmproduktion mitzuwirken oder mit Prominenten in Kontakt zu treten.“ Doch selbstverständlich gibt es auch gute Beispiele: junge Bewerber, die eine beeindruckende Mappe vorlegen und erstaunlich klare Vorstellungen vom angestrebten Beruf haben. Diese Jugendliche haben gute Chancen in die engere Wahl zu kommen und einen Ausbildungsplatz zu ergattern.

Astrid Trost, zuständig für die Ausbildung bei Hamburg Port Authority, berichtet: „Wir haben viele interessante Gespräche mit hochmotivierten und gut vorbereiteten Bewerbern geführt. Das trifft besonders auf Jugendliche zu, die aus eigener Initiative und nicht im Klassenverbund gekommen sind.“ Wüst und Trost sind sich einig, dass es für Schüler sinnvoll ist, zur Börse den ausgefüllten Berufswahlpass mitzubringen, damit die Beratungsgespräche zielführend ablaufen können. Ein Vorgespräch in den Schulklassen kann dazu beitragen, den ersten Austausch mit den Firmen auf der Messe noch ergiebiger zu gestalten. Zur Vorbereitung der Hanseatischen Lehrstellenbörse sollten Schulen und Unternehmen noch enger kooperieren, um die Berufsorientierung im Vorfeld zu verstärken. Die Wirtschaft steht bereit, den Schulen dabei zu helfen.

Claudia Wüst, die während der zwei Tage immer am Messestand präsent war, zieht eine positive Bilanz: „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Hamburger Unternehmen brauchen Jugendliche, die neben guten Noten auch große Motivation mitbringen sowie Flexibilität und teamorientiertes Denken zeigen. Die Börse ist die ideale Plattform, um viele junge Bewerber kennenzulernen und vielversprechende Gespräche zu führen.“
Cristiana Cicoria
cristiana.cicoria@hk24.de
Telefon 36138-789

Informationen


Die erste Hanseatische Lehrstellenbörse fand am 1. Mai 1997 in der Handelskammer statt. Neun Unternehmen und rund 1300 Besucher nahmen damals teil. Das Konzept ging aber schnell auf. Schon im selben Jahr, am 2. November, wurde die zweite Lehrstellenbörse veranstaltet. Insgesamt waren 25 Ausbildungsbetriebe mit einem eigenen Infostand vertreten. Weitere 70 Firmen, vornehmlich kleine und mittelständische Betriebe, ließen ihr Angebot durch die hauptamtlichen Berater der Handelskammer präsentieren. Mit 2700 Besuchern und über 3000 Beratungsgesprächen begann die Erfolgsgeschichte der Hanseatischen Lehrstellenbörse. Heute, 14 Jahre später, ist die Messe längst ein „Muss“ für Hamburger Schüler und Ausbildungsplatzsuchende.

hamburger wirtschaft, Ausgabe Oktober 2010