Handelskammer Hamburg 2010

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Hamburg Summit

Mit China im Dialog bleiben

Erfolgreicher „Hamburg Summit: China meets Europe“ 2010 – Hamburg beweist erneut seine international herausragende China-Kompetenz.
Mit seiner diesjährigen, vierten Auflage hat sich der ,Hamburg Summit‘ endgültig als eine der wichtigsten chinesisch-europäischen Wirtschaftskonferenzen weltweit etabliert.“ Als das große Abschlussdinner zu Ende ging, war Handelskammer-Präses Frank Horch sichtlich angetan. Zuvor hatten über 400 hochrangige Gäste zwei Tage lang auf dem vierten „Hamburg Summit“ die wichtigsten Themen der europäisch-chinesischen Handels- und Investitionsbeziehungen dis­kutiert, ihre Standpunkte ausgetauscht und Kontakte geknüpft. An prominenten Gesprächspartnern mangelte es dabei nicht: Vom Generalsekretär des chinesischen Staatsrats Ma Kai, über Vizekanzler und Außenminister Dr. Guido Westerwelle, den Vize-Präsidenten der EU-Kommision, Joaquín Almunia, Altkanzler Gerhard Schröder und Siemens-Chef Peter Löscher – sie alle waren in die Handelskammer gekommen, um am „Hamburg Summit: China meets Europe“ teilzunehmen. Eine breite Palette an Themen mit Wirtschaftsbezug wurde geboten: Von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die globalen Kräfteverhältnisse, über Fragen der Urbanisierung bis hin zur demografischen Entwicklung in China und Europa.

Gleich zum Konferenzauftakt gab es ein mit Spannung erwartetes Aufeinandertreffen, als der Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank, Vítor Constâncio, mit seinem chinesischen Pendant, Li Dongrong, gemeinsam auf dem Podium saß. Die Währungsstreitigkeiten der letzten Monate und das Wort „Währungskrieg“ standen im Raum, doch beide versuchten, die Wogen zu glätten. Einhellig betonten beide die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit auf diesem Sektor. Der Zentralbanker Li stellte klar: „Die chinesische Zentralbank wird den Wechselkurs des Renmimbi weiter reformieren, und sie wird einen abgewogenen währungspolitischen Rahmen dazu ent­wickeln.” Zudem sei eine Stärkung der Ko­ordination zwischen Finanz-, Industrie- und Währungspolitik nötig. Dazu wolle Chinas Zentralbank der Marktwirtschaft vollen Spielraum geben. Der Portugiese Constâncio betonte, dass die weitere Flexibilisierung des Renmimbi dazu beitragen werde, ein ausgeglicheneres Wachstum zu schaffen.

Die Konferenz wurde in diesem Jahr so intensiv wie noch nie als Anlass für bilaterale Gespräche genutzt. Viele Unternehmensvertreter, Politiker und Journalisten trafen sich am Rande des „Hamburg Summit” und intensivierten Kontakte oder knüpften neue. Ein Beispiel dafür war ein vertrauliches Gespräch zwischen Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der zudem Ehrenvorsitzender des „Hamburg Summit” ist, mit dem chinesischen Zentralbanker Li.

Bedeutsam für Hamburg und eine der Begleiterscheinungen des „Hamburg Summit“ war das Angebot der chinesischen Reederei Cosco für eine Beteiligung an Terminals im Hamburger Hafen. Capt. Wei Jiafu, Präsident von Cosco, sagte: „Wenn die Elbe nicht tief genug ist, bringen wir unsere Fracht in Häfen Ihrer Nachbarländer.” In den Häfen von Antwerpen, Rotterdam und im griechischen Piräus habe Cosco bereits Beteiligungen an Terminals. Man habe Hamburg bereits vor vier Jahren ein Angebot gemacht, das bis heute nicht beantwortet worden sei, erwähnte er auch in einem Gespräch mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Christoph Ahlhaus und Wirtschaftssenator Ian Karan. Die nächste Möglichkeit zur Beteiligung wäre der Bau des Containerterminals Steinwerder (CTS). Wei ergänzte: „Wir wollen hier Geld investieren und nichts mit nach China nehmen.” Zudem wolle Cosco auch andere chinesische Unternehmen mit an die Elbe holen. Hamburg muss sich also ins Zeug legen, wenn es weiterhin eine bedeutende Rolle im Containerverkehr mit China in Europa spielen will.

Nach zwei Tagen intensiver inhaltlicher Diskussionen auf dem „Hamburg Summit“ folgte das festliche Abschlussdinner in der Handelskammer. Ma Kai, der Generalsekretär des chinesischen Staatsrates, war der chinesische Ehrengast. Von europäischer Seite waren Vize-Kanzler und Außenminister Dr. Guido Westerwelle, der Vize-Präsident der EU-Kommission, Joaquín Almunia, und der Vorsitzende des Asien-Pazifik Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Peter Löscher, als Festredner vertreten. Die Ehrengäste betonten einmal mehr die Bedeutung der chinesisch-europäischen Zusammenarbeit. Westerwelle nannte China einen „Schlüsselpartner für die EU“. Die Bundesregierung begrüße zudem, „dass China in der Welt von heute zunehmend Verantwortung in Politik und Wirtschaft übernimmt.” Ma Kai wies in seiner Rede darauf hin, dass ein dynamisch wachsendes China noch größere Chancen für die sino-europäischen Wirtschafts­beziehungen biete. Besonders die Bereiche Neue Technologien und High-tech hob er dabei als Kooperationsfelder heraus. Westerwelle dankte den Organisatoren des „Hamburg Summit“, der „sich als wichtiges Forum für den hochrangigen Wirtschaftsdialog zwischen Europa und China etabliert” habe. Der nächste „Hamburg Summit: China meets Europe“ findet 2012 in der Handelskammer statt.
Jens Aßmann/Jonathan Vogelsang
jens.assmann@hk24.de
Telefon 36138-287

hamburger wirtschaft, Ausgabe Dezember 2010